„Irgendwie geht’s immer weiter“ – Führung zwischen Sinn und Erschöpfung
Erstmals liegen belastbare Daten dazu vor, wie es Geschäftsführer:innen und Vorständen in Vereinen und Stiftungen wirklich geht? 302 Führungskräfte haben die Umfrage der Stiftung Bürgermut beantwortet. Das Ergebnis: hohe Motivation, strukturelle Überlastung – und ein klarer Hebel zur Veränderung.
Schlaglichter aus der Umfrage
Herausforderung als Normalzustand
Der Großteil der Führungskräfte erlebt seine:ihre Rolle als herausfordernd (64 %) und gleichzeitig als sinnstiftend (81 %).
Allzuständigkeit
Führungskräfte sind massiv durch operative Tätigkeit gebunden, vor allem im Bereich Personal, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising.
Fataler Zeitmangel
Gerade einmal 2 % der Befragten haben ausreichend Zeit für strategische Überlegungen.
3 Typen von Führungskräften
62 % sind Unter-Druck-Arbeitende, 25 % Dauer-Reaktive, nur 13 % Strategsich-Verankerte.
Burnout
Der stärkste Schutzfaktor gegen Burnout ist nicht Gehalt, nicht Teamgröße, nicht Erfahrung, sondern ob Führungskräfte genügend Zeit für strategisches Denken haben.
Gender Gap
Frauen (78 %) haben einen geringeren Burnout-Schutzwert als die Männer. Und sie verdienen häufiger unter 80.000 Euro.
Alle Ergebnisse als Infografik (PDF) gibt es hier zum Download.
Empfehlung
Der zentrale Hebel liegt in der Schaffung von Freiräumen:
1) klare Priorisierung und Aufgabenstopp
2) Zeit für strategische Reflexion
3) delegieren von Aufgaben und Verantwortung
Wenn es darum geht, diese Freiräume zu ermöglichen, sind auch Förderpartner:innen und Geldgeber:innen gefragt.
„Es hängt maßgeblich von den Führungskräften ab, ob eine Organisation erfolgreich ist – egal in welchem Sektor. Dass es jetzt erste Ergebnisse und Empfehlungen gibt, was Führungskräfte im sozialen Sektor brauchen, um erfolgreich zu sein, halte ich für äußerst wertvoll.“Jutta Bodem-Schrötgens, startsocial e.V.
„In Förderpartnerschaften verdienen die Führungskräfte von Nonprofit-Organisationen besondere Aufmerksamkeit. Ihre Kompetenzen, Resilienz und Ressourcen für strategisches Arbeiten sind ausschlaggebend. Wenn Förderer:innen die Führungsarbeit durch Ressourcen, Weiterbildung und Netzwerke unterstützen, ist das ein wichtiger Beitrag zum nachhaltigen Erfolg der Zusammenarbeit.“
Maja Pflüger, Crespo Foundion
„Die Umfrage unterstreicht, wie wichtig strategische Zeit für uns als Führungskräfte ist. Dass sich nur 2% umfassend Zeit nehmen, ist alarmierend.
Denn Zeit für Strategie bedeutet Zeit, um Zukunftsszenarien zu entwerfen, sich auf neue Bedingungen einzustellen und das neue Normal aktiv mitzugestalten. Für uns, für unsere Organisationen, die Zivilgesellschaft. Dringlicher war es selten.“
Lena Glemser, Zukunftsmacher:innen
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30.06.26 Vorstellung der Ergebnisse beim SKala-Campus (digital)
Zur Anmeldung
15.07.2026: Vorstellung der ergebnisse beim Digital-Format „Leading People & Culture“ von Talents4Good
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Methodik
Online-Umfrage, April 2026. Freiwillige Teilnahme, n = 302. Korrelationen basieren auf Spearman-Rangkorrelation; keine Kausalaussagen möglich. Alle Prozentwerte auf ganze Zahlen gerundet.

